Dienstag, 29. September 2015

Geschichtchen ;-)

Ob sie meiner Phantasie entspringt, ob sie hörensagen oder ob sie mir selber passiert ist, das herauszufinden überlasse ich in meiner unendlichen Güte und Großzügigkeit (Insider) Euch. :-)

Paula und ich im Schnee

Vor vielen Monden…

Ich wollte im Winter zu einem Konzert nach Dresden fahren.
Just zu der Zeit befand sich Deutschland in einem ziemlich verschneiten Zustand. Und es fiel weiter dieses weiße Zeugs vom Himmel, mal mehr, mal weniger.

Das Konzert sollte um 20 Uhr beginnen. 
Ich überlegte…vorher noch Essen gehen. Anstellen. Der viele Schnee… Ich beschloss, direkt nach der Arbeit loszufahren.
Ich bin gern auf alle Eventualitäten vorbereitet, meist gedanklich, in diesem Fall jedoch auch gegenständlich. Das hieß, ich packte eine Tasche. In diese kam ein dicker Pullover, eine Strickjacke, eine Jogginghose, eine Decke und Zahnputzzeug. Für den Fall nämlich, dass ich auf der Autobahn würde übernachten müssen. ;-)

Nach der Arbeit fuhr ich also mit Paula los.

Auf der Autobahn ging es erst zügig voran, so dass ich schon die Befürchtung hatte, dass ich ewig in einer Gaststätte sitzen müsste, weil ich zu zeitig da bin.

Diese Gedanken hat dann wohl jemand gelesen. Denn es dauerte nicht lange und es fing an zu schneien. Und es schneite viel. Trotzdem kam ich gut voran. Bis ich die roten Lichter vor mir sah. Bremslichter ihres Zeichens.
Wir standen.
Nun gut, ich habe Zeit.
Irgendwann ging es in Zeitlupe weiter. Und wie ich so bin, wenn ich langsam fahre, machte ich die Fenster auf, um die Luft im Autoinneren aufzufrischen. In diesem Fall weit herunter weil es zwischenzeitlich aufgehört hatte zu schneien. 
Nach einer ganzen Weile sah ich weit vorn, dass drei Räumfahrzeuge den Tross Autos anführten, in dem auch ich mich befand. Die drei fuhren nebeneinander.
Trotzdem näherten Paula und ich mich ihnen an. Ich hatte keine Ahnung, wie das sein konnte!? In meinem Kopf kreisten die Fragezeichen umher. Und ich kam den Räumfahrzeugen noch näher. Dann sah ich, dass die Drei nicht wirklich nebeneinander fuhren. Sie fuhren versetzt, ganz links das Fahrzeug am weitesten vorn, mittlere Spur – mittleres Fahrzeug. Und auf der rechten Spur der Räumer war am weitesten hinten. Rein logistisch macht das Sinn bei nach rechts gestellten Räumschaufeln vorne dran. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, benötigte ich jedoch etwas Zeit. ;-) Ich habs manchmal nicht so mit der Logik..grins..

Was ich dann sah, versetzte mir einen kleinen Schock! Mir war in dem Moment auch klar, warum wir uns den Räumfahrzeugen angenähert hatten! Die meisten Autos fuhren zwischen den zwei linken Räumfahrzeugen durch!!..Augenaufreiß.. Und die Autos, die das nicht wollten, reihten sich rechts in die Schlange ein. Das funktionierte alles ganz reibungslos.
Und während ich noch so schaute und für mich ordnete, näherte ich mich der Lücke und musste überlegen, ob ich mich in die Schlange rechts einreihe oder ob ich mich ebenfalls durch die Lücke schummle.
Ich schummelte mich.
Und wurde sofort dafür bestraft.
Während ich zwischen den zwei linken Räumfahrzeugen durchfuhr... Mist!! Nass!! Wo bin ich?? Ich seh nix mehr!!..mitHandüberBrillewisch.. Iiiiiiiiiexe!! Das schmeckt salzig!! Das ist kalt im Ausschnitt!! Und dann fing ich laut an zu lachen!! Ich hatte vor lauter Überlegen vergessen, das Fenster zuzumachen!! :-))) Und so konnte das linke Räumfahrzeug reichlich Schneematsch in meine Paula werfen!!!!!
Da außer dem Schreck nichts weiter passiert ist, klaubte ich anschließen den Schnee von meinem Körper und schmiss ihn aus dem Fenster. :-) Der Rest musste halt im Auto bleiben, durch die warme Luft trocknen und hoffentlich keine Flecken hinterlassen.
Auch hier wurden meine Gedanken gelesen – es blieben keine Flecken. :-)

Ich kam gut und zeitig in Dresden an, aß lecker griechisch und hatte eine alte Frau mit am Tisch sitzen, die mir von ihrer Familiengeschichte erzählte (Ihr „Ich bin als Einzige übrig geblieben.“ werde ich wohl nie vergessen.).

Dank zeitigem Anstellen an der Schlange (Freie Platzwahl) bekam ich dann im Inneren einen guten Platz und erlebte ein wunderbares Konzert.

Der spätere Rückweg nach Hause verlief schnee- und reibungslos. ;-)

Lachende Grüßels von Anneke

Montag, 28. September 2015

Katerschutz- und Bildaufhängungsbrett;-)

Wir haben in unserem Wohnzimmer einige Regale stehen. Wie Ihr wisst, findet unser KATER BUBI die ganz toll. ;-)
Da ich Bilder mit nur Aufhängungsmöglichkeit habe, die ins Regal sollten, und dieses eine Regalfach in Höhe des Katzenbaumes (Bubi -> Regale lieben -> Katzenbaum) zwei ungünstige Konstellationen sind, musste eine Idee her. Die entwickelte sich, wie so oft, gaaanz langsam in meinem Kopf.
Dann stand sie.
Also kaufte ich preiswerte Tapete und Sprühkleber.
Ein Brett, welches zufällig zu 95% so groß ist wie der Regalzwischenraum, auf den es ankommt, fand sich in unserem Fundus.
Werkzeug und Schrauben haben wir vorrätig.

Das Brett besprühte ich mit Kleber (draußen und merke Dir Anneke, dass Du keinen Sprühkleber aus dem Baumarkt mehr kaufst) und klebte die Tapete auf. Verquer. Sonst hätte ich stückeln müssen. Das wollte ich nicht.


Da gerade schneiden (sägen, bohren…) nicht zu meinen Stärken gehört, war der abgeschnittene Tapetenrand ein bisschen wellig. Gepaart mit den abgeschrägten Kanten des Holzbrettes und der nur 95%igen Passgenauigkeit des Brettes ergab das nach dem Trocknen und dem darauf folgenden Einsetzen und mit Schrauben fixieren des Brettes durch den großen Mitbewohner im Regal einen Zwischenraum von 1 bis 3 mm zwischen tapeziertem Brett und Ober- und Unterbrett des Regales. Das konnte nicht so bleiben!..Kopfschüttel..
Zum Glück hatte ich auch da eine Idee. Dünne Kordel sollte meine Rettung werden.
Diese klebte ich in die Ecken. So überdeckt sie einerseits die Lücken und andererseits verleihen sie der Rückseite Struktur.



Es entstand ein Rahmen.


Und so sieht das Ganze fertig aus. :-)


(Dass ich die Rückseite noch mit weißer Farbe bemalen werde sei nur am Rand erwähnt. Denn der dort stattgefundene 1. Versuch, die Tapete anzubringen, scheiterte. Der Versuch, diese wieder abzuziehen scheiterte noch mehr. Und das sieht gar nicht schön aus..nochmalmitKopfschüttel..)
Sonnige Grüßels von Anneke

Sonntag, 27. September 2015

Fototriss

Das Thema des neuen Fototriss ist "skiffor" (Zahlen).

Umbauerinnerung....


Nur ein Briefkasten in einer langen Schlange. Typisch schwedisch. :-)


Das können auch Nicht-Schweden lesen. ;-)


Habt einen schönen Sonntag!

Nieselige Grüßels von Anneke

Freitag, 25. September 2015

Dalarna im Herbst....

...bedeutet, es wird kühler. Nun ja, der Blick aufs Thermometer sagt uns...



Und das um halb neun. Geht doch könnte man meinen. Ja, ich stimme Euch zu. Doch das Thermometer bekommt nicht den eiskalten Wind ab, der übers Feld bläst. Und das tut er ziemlich heftig. Wie das eben im Norden so ist. ;-)
Dass die Sonne dazu scheint...sie ist eher schmückendes Beiwerk denn Wärmespenderin. 
Blauer Himmel, Wolken - von hier drin sieht es viel wärmer aus als es beim Öffnen der Haustüre dann tatsächlich ist. Herbst eben. ;-)








Und was passiert im Herbst noch so?
Richtig! Die Vögel ziehen in den Süden. Wenn sie denn wollen und Zeit haben. ;-)

Als ich heute nach dem Aufstehen aus dem Fenster schaute, erblickte ich hinten auf dem Feld Kraniche. Viele Kraniche. (Ich habe sie in einem Post mal als Reiher bezeichnet. Dafür entschuldige ich mich ausdrücklich an dieser Stelle. Jetzt weiß ich, dass es eben Kraniche sind.) Ich habe ihre Rufe seit dem Frühjahr immer wieder gehört, da es hier rundherum feuchte, sumpfige Stellen gibt. Die rufen laut, die Kraniche, sehr laut. 

Ich schnappte mir meine Kamera und ging hinaus. Um dort erst einmal einen kurzen Kälteschock zu bekommen.
Und dann knipste ich...








Einfach schön.
Nachdem ich eine Gruppe gezählt habe, schätze ich, dass auf dem Feld ca. 120 bis 150 Kraniche standen. Vereinzelt stießen sie ihre lauten Rufe aus, die über das Feld hallten.
Weil ich zu sehr fror, ging ich wieder ins Häuschen. Von dort aus warf ich immer wieder einen Blick nach draußen. Zu gerne wollte ich fotografieren, wenn sie die vielen Tiere in die Lüfte erheben.
Es rief. Ich schnappte meine Kamera und lief nach draußen. Leider war der Großteil der Vögel schon weg. Eine Fußgängerin nebst Hund hatte sich dem Standplatz genähert. :-(
Ich konnte dann lediglich drei der Vögel in der Luft fotografieren...



Ich weiß jetzt, dass diese Kraniche bis nach Spanien fliegen und dort überwintern werden. Sie machen in Deutschland Zwischenstopp (Odermündung, Darß, Insel Rügen), bevor sie weiter gen Süden ziehen. Kraniche können übrigens bis zu 2000 km nonstop fliegen Machen sie meistens nicht, die Tagesetappen liegen eher bei 10 bis 100 km.
Und wenn Ihr mehr wissen wollt - HIER STEHT GANZ VIEL ÜBER KRANICHE GESCHRIEBEN.

Herbstliche Grüßels von Anneke

Donnerstag, 24. September 2015

Umzugsfortschritte ;-)

Ich wurde gefragt, wie es denn jetzt in unserem Container aussieht.
Diesen haben wir angeschafft, damit er mein Umzugsgut aufnehmen kann, da wir ja damals noch gebaut haben und kein Platz für die wenigen Möbel war, die ich mitgebracht habe. Und natürlich musste die schöne rote Küche irgendwohin gestellt werden.

Doch nicht nur die Küche und Möbel standen darin, sondern auch jede Menge andere Einrichtungssachen. Und Kisten. Umzugskisten. Viele Umzugskisten. ;-)
Das Ganze sah dann so aus:





Die ersten Umzieher.
Das Sofa


Der Sessel


Regale


Die Besitzverhältnisse sind nach diesen Bildern klar, oder? ;-)

Es folgten viele Umzugskisten, die ihren Inhalt im Wohnzimmer abladen durften.
Schon vorher war ein Teil in der Küche gelandet.
Und ein Teil war im Schrank im Schlafzimmer verschwunden.
Doch gibt es jetzt im Container immer noch Kisten, mit Sachen für die Küche, das Schlafzimmer, die Küchenmöbel selber und meine Weihnachtssachen. Und ein paar leere Kisten, weil wir die hoffentlich im nächsten Jahr brauchen…

Das Sofa und die große Kiste fanden inzwischen
den Weg zu Returen. Das Holz hängt unter der Decke. ;-)


Schon erheblich luftiger jetzt, wa!? ;-)
Und so befinden sich jetzt endlich alle Werkzeuge an einer Stelle. Vorher verteilten sie sich auf Pannrum, Gartenhäuschen, unter der Treppe (Dieser Platz wurde von uns liebevoll Systembolaget genannt, weil sich dort lange Zeit die alkoholischen Getränke befanden.) oben und eben im Container. Es war manchmal äußerst mühselig, etwas zu finden. Jetzt brauche ich nur noch an einer Stelle zu suchen. Und natürlich habe ich eine kleine Kiste mit dem allernotwendigsten im Häuschen. Falls viel Schnee kommt und ich den Container nicht mehr auf bekomme. ;-) und der große Mitbewohner grade nicht zur Hand ist. ;-)

Und wenn alles so läuft, wie wir uns das wünschen und vorstellen, dann sind nächstes Jahr um diese Zeit keine Kisten mehr im Container. :-) 
Schaun wir mal. ;-)

Neblig-nasse Grüßels von Anneke

Mittwoch, 23. September 2015

Rörstrand

GESTERN habe ich Euch meine beiden schönen Teller gezeigt. :-)

Am Rande erwähnte ich, dass es Rörstrand-Teller sind. Während ich dachte, ich kaufe ein schwedisches Produkt, wurde ich im Nachhinein eines besseren belehrt.

Die Porzellan-Manufaktur wurde 1726 in Rörstrand, im heutigen Stockholm, gegründet.
Um auch mit Russland Handel betreiben zu können, wurde über 100 Jahre später ein „Ableger“ in Finnland gegründet. 
Es ist davon auszugehen, dass das Porzellan schon immer sehr begehrt war. Denn 1914 erwarb Rörstrand die Göteborger Porzellanfabrik und siedelte 1926 dorthin um. Die alte Fabrik riss man ab. (Die Porzellanhalde mit aussortierten und kaputten Teile findet man heute noch in der Nähe des Karlsberg-Schlosses in Stockholm. Sie steht unter Denkmalschutz.)
1936 zog die Firma wieder um. Dieses Mal nach Lidköping, nordöstlich von Göteborg, am Vänern gelegen. Ab 1936 befand sich hier auch der Hauptsitz der Firma.
1964 wurde Rörstrand an einen der drei (Dazu gehört noch Gustavsberg. Diese Firma existiert heute noch – zweigeteilt. AB Gustavsberg, als Tochterfirma von Villeroy & Boch, stellt Badezimmereinrichtungen und Sanitärporzellan, HPF i Gustavsberg, in schwedischem Besitz, das HOCHZEITSGESCHIRRFÜR VIKTORIA UND DANIEL und weiterhin Geschirr her.) großen Porzellanhersteller des Landes, Uppsala-Ekeby, verkauft.
Der finnische Konzern Wärtsilä (der meinen Erkenntnissen zufolge mit Schiffsmotoren zu tun hatte) kaufte 1984 Uppsala-Ekeby, und damit Rörstrand, auf. Auch ein Teil von Gustavsberg Porslin gehörte zu seinem Einkauf.

Nach einigem Hin und Her gehört das ursprüngliche Rörstrand nun zu Iittala, einer finnischen Design-Firma, mit Sitz in Höganäs. Produziert wurde vorerst weiterhin in Lidköping in Schweden. Da das jedoch nur mit Verlusten geschah, wird das Porzellan seit 2006 in Ungarn und Sri Lanka hergestellt. Im gleichen Jahr wurde auch die Fabrik in Lidköping geschlossen.
Damit endete die fast 280-jährige Geschichte von Rörstrand in Schweden.

In der gesamten Zeit beschäftigte Rörstrand immer gute und bekannte Designer. Das habe ich ja gestern schon angedeutet. Ihr könnt Einzelteile auch im Nordiska Museet in Stockholm finden oder einen gedeckten Tisch mit einem Rörstrandservice...
  

Die Firma beschäftigte ca. 1700 Mitarbeiter.

Das leerstehende Fabrikgebäude in Lidköping wurde 2007 aus- und umgebaut.
Heute befindet sich darin das RÖRSTRAND-CENTER  mit einem Museum zur Geschichte von Rörstrand, vielen verschiedenen Geschäften, Firmen, diversen Restaurants und einem Iittala-Outlet.

Herzliche Grüßels von Anneke

Dienstag, 22. September 2015

Schwedenandenken ;-)

Im Laufe meiner Schwedenurlaube beschloss ich irgendwann, mir nicht nur Schwedenandenken mitzubringen (denn da kommt im Laufe der Jahre einiges zusammen), sondern mir Dinge, die ich in Deutschland im Haushalt brauche oder verwenden kann, in Schweden zu kaufen. So würde ich das Angenehme (an Schweden denken) mit dem Nützlichen (Gebrauchsgegenstand) verbinden.

Im vorigen Jahr entdeckte ich bei einem Einkaufsbummel wunderschöne Teller!
Ein Muster erinnerte mich sofort und irgendwie an früher. Nicht an etwas, was ich kenne. Doch irgendwie kam es mir alt vor und hatte etwas leichtes an sich.
Seht Ihr das auch?


Wie sich heraus stellte, heißt das Muster „Sundborn“. Und sofort fiel mir Carl Larsson ein, der Maler, der dort wohnte. Die Formen der Reihe und die Farben erinnern an die Zeit Larssons. Kreiert wurde „Sundborn“ von Pia Rönnedahl, von der einige Werke sowohl im Nationalmuseum in Stockholm als auch im Victoria und Albert Museum in London stehen.

Und bei dem anderen Teller gefiel mir einfach das Muster. Einfach, nix überkandideltes, eben schön.


Katarina Briedits hatte die Idee dazu. „Das sinnliche und gewundene Dekor in unterschiedlichen Blauschattierungen verbindet zeitlose Einfachheit mit schwedischer Treadition.“ so meine Übersetzung des Begleitheftes von Rörstrand.

Wenn ich die Abendbrotteller nun mitnehme? Dann könnte ich in Deutschland mein Frühstück von diesen Tellern essen und würde schon zeitig am Tag an Schweden erinnert. Eine gute Idee!
Das stellte ich sofort in Frage, als ich den Preis der Teller sah. Jeder sollte ungefähr 18 (!!!) Euro kosten!! Wenn mir da einer herunter fällt! Und ist das nicht ganz schön viel für einen Teller?!?

Ich verließ das Geschäft ohne die Teller.
Schon im Ferienhaus bereute ich das. Warum hatte ich sie nicht mitgenommen? Ich habe Urlaub und geben auch Geld für andere Sachen aus! Ich ärgerte mich fast schwarz!

Zwei Tage später ergab sich die Möglichkeit, den Laden wieder heimzusuchen.
Nur noch ein „Pergola“-Teller! Meiner! 
Und einen „Sundborn“-Teller nehme ich auch noch mit! Was kostet die Welt?! ;-)
Als ich an der Kasse stand, liefen mir fast die Tränen übers Gesicht. Nicht, weil ich eben viel Geld bezahlt hatte, sondern weil ich so glücklich war, dass es die Teller noch gab!
Denn ich hatte es nicht erst einmal erlebt, dass etwas, was mir sehr gefiel und das ich nicht sofort kaufte, bei meinem 2. Anlauf nicht mehr da war.
Ist Euch das auch schon so gegangen?? Dann wisst Ihr, wovon ich rede!

Und so nahm ich meine Teller mit nach Deutschland und freute mich bei jedem Benutzen darüber, dass ich sie mitgenommen hatte. Und ich dachte natürlich an Schweden.
Wenn ich sie jetzt benutze (zum Frühstück), dann denke ich fast immer an deren verspäteten Einkauf. ;-)

Sonnige Grüßels von Anneke

Montag, 21. September 2015

Fototriss

Diese Woche ist das Thema "sällskap", "Begleiter.

Was ist mir wichtig (außer Familie und Freunde), wer oder was begleitet mich sonst in meinem Leben?

Kann sich noch jemand an mich ohne Armreifen erinnern? 



Hier in Schweden ist dieser Begleiter in der Wichtigkeit nach oben gerutscht. ;-)



Meine Fotoalben. Dieses ist mein Erstes Album. Mutti hat es für mich begonnen. Schön.



Und Ihr dürft raten, was ich jetzt gleich mache. ;-)

Herzliche Grüßels von Anneke 

Sonntag, 20. September 2015

Vermischtes 18

Das Internet und wir

Ich habe Euch schon einmal darüber berichtet, dass wir viele Dinge über das Internet bestellen.
In der vergangenen Woche sah es deswegen bei uns so aus:


Falls Ihr fragen wollt… Ja, wir kaufen Sachen auch noch vor Ort (im Umkreis von ca. 70 km) ein. Werden wir da nicht fündig, muss das Internet her. ;-)

Und wir bestellen Dinge auch in Deutschland.
Angesichts der Versandkosten könnte man meinen, wäre das Unfug. Doch dem ist nicht so. Zum Einen bieten manche Verkäufer einen recht preiswerten Versand an (3,95 oder 4,95 €). Billiger ist es innerhalb Schwedens auch nicht. Zum Anderen sind manche Sachen (AUTOTEILE FÜR PAULA) auch mit einem Versand von 16,99 € noch erheblich billiger als hier in Schweden. In diesem Fall bezahlten wir inklusive zweimal Versandkosten nur ein Drittel.

Oder wir bestellen die Teile in Deutschland, weil es sie hier nicht gibt.
Ein Beispiel gefällig?
Nun, es gibt hier keine Fenstergardinenstangen zu kaufen – weder vor Ort noch im Internet. Die Fensterbehängungskultur der Schweden ist eine andere. Das ist auch in Ordnung. Doch da kommen diese Stangen nicht vor. Ich brauchte sie jedoch als Regalzuhängung. Also bestellten wir sie in Deutschland.
Das erste geschickte Päckchen kam nicht an. Also wendeten wir uns an die Firma, die erneut unsere Stangen auf die Reise schickte.
Dieses Mal kamen sie an. So:



Glücklicherweise waren alles Stangen und auch die Befestigung noch da. Und zum wiederholten Male frage ich mich, was die mit den Großbriefen/Päckchen/Paketen unterwegs anstellen…


Wetter

Das Wochenende verwöhnt uns mit Sonne! Nach der regenreichen Woche tut das richtig gut! :-)
So sah das dann gestern tagsüber aus:




Die Temperaturen krochen zwar „nur“ auf 18°, doch in der Sonne fühlte sich das mehr an. ;-)
Und abends gab es dann wieder einen schönen Abendhimmel. Nicht spektakulär sondern einfach schön!




Um 20 Uhr war es dann dunkel, bis auf einen gaaanz schmalen hellen Streifen am Horizont.


Sonnige Grüßels von Anneke

Freitag, 18. September 2015

Werbepost mit Bitte ;-)

Nein, heute braucht Ihr mir keine Daumen zu drücken für schöneres Wetter. ;-) (Nicht, dass das Wetter sonderlich toll wäre. Klackernde Geräusche auf das Dach vom Erdkeller sind keine guten Geräusche. Weil dann regnet es. Doch das stört mich heute nicht. Wir haben keinen lieben Besuch aus Deutschland und wollen also auch nicht baden gehen. ;-) )

Ich schreibe meinen Blog für Euch. Und natürlich auch ein bisschen für mich. ;-)
Und wenn Ihr den großen Mitbewohner fragen könntet, dann würde der Euch erzählen, wie sehr ich mich immer über Kommentare freue. ;-) So merke ich: 'Da draußen ist jemand, der meinen Blog liest. Und dem das gefällt, was sie (oder er) liest.' Die Sache mit den Kommentaren ist allerdings nicht jedermanns Sache. Da ich mich auf anderen Blogs mit Kommentaren auch manchmal schwer tue, weiß ich jedoch, wie das ist mit dem Schreiben...

Gestern fiel mir ein und auf, dass es da bei blogger doch noch so eine Einstellung gibt, die... 
Also suchte ich im Internet und fand auch eine Erklärung, wie ich das (wieder) einstellen kann. Gesagt. Getan. Mit dem Ergebnis, dass sich nichts tat. Trotz stundenlanger Versuche wurde die Einstellung nicht angezeigt. Ich machte alles nach Vorschrift - nichts. War ich zu blöd? Technikgenie Anneke bei der Arbeit? ;-( Gibts da nen Geheimknopf, den ich drücken muss? Ich verzweifelte fast..schnief..
In meiner Not wendete ich mich dann hilfesuchend an Oliver vom Blog 5202,der sich mit blogger-blogs und den Einstellungen und allem anderen Kram rundherum beschäftigt. Ich war dort schon manchmal fündig geworden, wenn ich etwas suchte. Bei manchen Dingen, die ich dort sah, verstand und verstehe ich auf Grund der sich dort befindenden Zeichen auch nur Bahnhof. ;-) Doch in meinem Fall konnte er mir helfen. Danke nochmal dafür! :-)

Und so gibt es jetzt auf meinem Blog die Möglichkeit, einfach ein virtuelles Kreuzchen zu machen, wenn Euch gefallen hat, was Ihr gelesen habt. Ohne, dass Ihr wortreich kommentieren müsst. :-) 

Und solltet Ihr inkognito unterwegs sein, werdet Ihr durch das Kreuzchen auch nicht enttarnt. ;-) 
Theoretisch könnte ich dort auch noch ein "Hat mir nicht gefallen"-Kästchen machen. Will ich aber nicht, hihihi. Wer bekommt schon gerne schlechte Rückmeldungen? Ich eher nicht. ;-)

Ich freue mich über jede Rückmeldung. Kannste glauben! ;-)

Grinsende Grüßels von Anneke

Donnerstag, 17. September 2015

Stickerei / Broderi

Schon lange wollte ich probieren, wie das so ist, ein Gesicht zu sticken. In diesem Fall das Meinige.

Vor ein paar Tagen ging es los.
Foto machen. Ausdrucken.
Am Fenster Foto durchpausen.
Das Gesicht auf dem durchgepausten Blatt auf der Rückseite nachmalen.
Das Ganze dann komisch auf den Stoff übertragen.
Lossticken.

Ich sage Euch, das ist gar nicht so einfach. Alleine die Vorarbeit... ;-( Doch da ich ja auch ein Sturkopf bin, habe ich die Stickerei am Ende hin bekommen.

Gut, so ganz gerade aus schaue ich nicht. Die Augen sind jetzt nicht sooo gelungen, ein leichter Silberblick ist feststellbar. Doch irgendwas ist ja immer. ;-) 
Insgesamt ist es mir dann doch ziemlich ähnlich. Auch mit schief gucken. Oder? ;-)
Und weil mir das Stickbild so gut gefällt, schmücke ich ab sofort mein Profil damit. ;-)



Verregnete Grüßels von Anneke

Mittwoch, 16. September 2015

Telefonat mit Rotköpfchen

Vor ein paar Tagen telefonierte ich wieder einmal mit Rotköpfchen. Natürlich hatte sie mir wieder etwas zu erzählen… Solltet Ihr Ähnlichkeiten zu lebenden Personen oder gar zu einem Land feststellen, dann ist dies purer Zufall!

Ihr erinnert Euch an DIE FRAU, die auch im neuen Wohnland wohnt wie Rotköpfchen?
Völlig aufgelöst berichtete Rotköpfchen, dass von den zwei Anträgen noch immer keiner in die Akte der Frau eingearbeitet ist.
Doch sie wusste noch mehr von dieser Frau zu berichten.

Diese hat, um Steuern zahlen zu können, eine Ordnungsnummer bekommen. (Ohne Nummer geht im neuen Wohnland nix.) Doch diese Ordnungsnummer ist lange nicht soviel wert wie eine Anmeldungsnummer.
Mit dieser Ordnungsnummer war es der Frau jedoch möglich, ein Konto bei einer Bank zu eröffnen. Mit dieser Ordnungsnummer konnte sie auch ein Auto kaufen und dieses versichern und versteuern.
Mit dieser Ordnungsnummer konnte sie jedoch z. B. kein Telefon anmelden. Und mit dieser Ordnungsnummer bekam sie beim Stromanbieter auch nur einen teureren Tarif.

Da die Frau arbeitet und regelmäßig Steuern bezahlt, musste sie für das vergangene Jahr eine Steuererklärung abgeben und erhielt nach deren Überprüfung eine Rückzahlung.
Diese kam in Form eines Verrechnungsschecks zu der Frau.
Mit diesem ging sie zu einer Filiale ihrer Hausbank. Sie hatte hier immer mal wieder Schecks ihrem Konto gutschreiben lassen.
Als sie an die Reihe kam, legte sie der jungen Bankfrau den Scheck hin. Daraufhin verlangte diese eine ID-Kort. Die Frau zückte ihren Ausweis aus ihrem Herkunftsland. Die junge Bankfrau warf einen Blick darauf und meinte, dass dieser für eine Einzahlung nicht gehe, sie brauche eine schwedische ID-Kort. Die Frau sagte auf in der Heimatsprache der Bankfrau, dass sie nur diesen Ausweis habe. Die Bankfrau herrschte sie an, dass eine Gutschrift so nicht möglich sei. Das sei so Vorschrift und sie halte sich an die Vorschrift. Die Frau sagte daraufhin, dass sie in dieser Filiale schon Schecks ihrem Konto habe gutschreiben lassen. Die junge Bankfrau fragte in aggressivem Ton, wer das gemacht habe. Die Frau zeigte auf eine ältere Bankfrau. Deren junge Kollegin meinte daraufhin äußerst unfreundlich, dass die Frau dann doch zu dieser gehen soll, sie nehme den Scheck nicht an. Und widmete sich anderen Dingen.

Also stellte sich die Frau wieder in die Warteschlange.
Als sie bei der älteren Bankfrau an der Reihe kam, legte sie ihren Scheck vor. Und den Ausweis aus dem Herkunftsland. Die ältere Bankfrau nahm beides, gab die Daten in den Computer ein und machte dabei ein bisschen Gesprächsgeplänkel.
Nachdem das Geld dem Konto gut geschrieben war, wünschte sie der Frau freundlich einen schönen Tag und verabschiedete sich von ihr.

Da frage ich mich, ob die beiden Bankangestellten verschiedene Vorschriften haben? Oder woran liegt diese unterschiedliche Handhabung sonst?
Ich schätze, bei der nächsten Scheckeinlösung wird die Frau direkt zu der älteren Bankfrau gehen. Und ich drücke der Frau die Daumen, dass diese noch mindestens so lange in der Bank arbeitet, bis die Frau ihre Anmeldungsnummer bekommt. ;-)

Herzliche Grüßels von Anneke

Dienstag, 15. September 2015

Fototriss

Das Thema in dieser Woche lautet "Uppåt" (= nach oben, hinauf).

Wie das Thema dann interpretiert wird, ist jeder/jedem freigestellt. Ob das ein Blick nach oben ist, eine Fahrt nach oben oder etwas anderes, das ist bloggerische Freiheit. ;-)




Stürmische Grüßels von Anneke

Montag, 14. September 2015

Familiengeschichte

Ich sehe die Gesichter der Flüchtlinge heute… 
Und ich erinnere mich an meine Omi… 

 Meine verstorbene Großmutter stammt aus Ostpreußen. Sie wohnte in Kaliningrad, dem damaligen Königsberg. Dort lernte sie ihren Mann, meinen zu zeitig verstorbenen Opa, kennen und lieben. 
Sie heirateten im Krieg. Mein Opa diente damals bereits an der Front. 
Später, Anfang März 1944, wurde meine Mutti geboren. 

 Als ich klein war, erzählte mir Omi ab und zu aus ihrem Leben, der dann folgenden Kriegszeit, der Flucht, dem Anfang in Sachsen. Ich fand es interessant. Doch wirklich verstanden, was das für sie bedeutete, habe ich erst später. 

Mit 25, 30 Jahren, wollte ich meine Omi interviewen und alles aufschreiben, was sie noch wusste, es in ein Buch für die Familie packen. Denn die Generation, die den Krieg, die Flucht, erlebt hat, starb aus und schließlich gehört ihre Lebensgeschichte auch zu meiner Lebensgeschichte. 
Ich fragte sie, ob sie sich darauf einlassen würden, dass ich Ihr Fragen stelle. Viele Fragen. 
Ihre Antwort habe ich noch heute im Ohr: „Liebe Anneke. Ich möchte darüber nicht mehr reden. Immer wenn ich an die Zeit denke, kann ich nächtelang nicht schlafen, weil es mich zu sehr aufwühlt.“ 

 Ich habe meine Mutti gefragt, was sie noch weiß von damals. Doch statt ihre Angaben in meinen Text einfließen zu lassen, übernehme ich ihren Text in diesen Post. (Ich füge in Klammen und in Schrägschrift lediglich Erklärungen ein.) 

„Hallo Anneke, hier einiges aus meinen jüngsten Kindertagen an das ich mich noch bruchstückweise erinnere oder es noch aus den Erzählungen meiner Mutti (meiner Omi) weiß. 
Letzter Heimaturlaub von Vati (mein Opa) war meine Taufe Ende März 1944. Wiedergesehen hat er mich erst im März 1948, als er aus Gefangenschaft kam. 

Wir (Mutti und ich) wurden fünf Tage nach meiner Geburt aus Königsberg nach Rauschen, einem Urlaubsort an der Ostsee, gefahren. Beim Start dorthin, mein erster Flugversuch - Mutti bekam mich hinterher geworfen bevor das Auto abfuhr. Diese Reise bzw. diese Flucht hatte die Klinik organisiert (vom 21.03. bis 30. 03.1944). 
Danach ging es zurück nach Königsberg. 

Nach zwei großen Bombenangriffen (im August 1944) auf die Stadt hieß es - alle Frauen mit kleinen Kindern müssen die Stadt verlassen. 
Sammelpunkt war der Bahnhof. 
Ein ganzer Zug nur Frauen und Kinder. 
Die Fahrt dauerte ca. eine Woche, mit Unterbrechungen. Alle raus aus dem Zug - Bombenangriff - Leute in die Gräben neben dem Zug, bis der Angriff oder die Flugzeuge vorbei waren. 
Manchmal war auch längerer Halt, denn es fuhren ja auch noch Züge an die Front, die hatten Vorfahrt. Also versuchten die Frauen für ihre Kinder Milch von den Bauern an der Bahnstrecke zu bekommen, manchmal klappte es. 

Viel hat Mutti nicht davon erzählt, aber es muss schlimm gewesen sein, denn sie regte sich immer noch auf. 

Der Zug fuhr von Königsberg nach H. in Sachsen. 
Dort wurde er am 13.09.1944 quasi "ausgeschüttet". Alle raus aus dem Zug und aufstellen vor dem Bahnhof. Dann kamen die Abgeordneten der einzelnen Gemeinden und Orten und stellen ihre Forderung zum Beispiel: ‚Die Familie V. aus G. nimmt eine Frau und ein Kind mit eigener Bettwäsche auf.‘ Das verstand Mutti und meldete sich. Sie durfte raustreten und das Gezerre um weitere Plätze ging weiter.
Wer nicht ausgewählt wurde, der wurde am Ende einfach auf einen Ort eingeteilt. Ich weiß nicht wie viele es waren, aber G. bekam bestimmt 20 Frauen mit Kindern, vielfach drei bis vier Kinder pro Frau (Wie viele Menschen damals in G. lebten, wissen wir nicht.). Die mussten dann die Gemeinden unterbringen, aber frag nicht wie und wo, zwischen Ziegenstall, Pfarrhaus und Schuppen war alles dabei. 

Mutti und ich haben beim Zahnarzt zwei Zimmer unterm Dach bekommen. Der reine Luxus. Eine Küche und ein Schlafzimmer mit Kinderbett, möbliert, zwar schräges Dach, aber unseres. Dort wohnten erst wir Zwei, dann kam kurz vor Ende des Krieges noch Urahne (meine Urgroßmutter) und H. (der kleinere Bruder meiner Omi) dazu, dann nach Ende des Krieges noch Opa K. (der Mann meiner Urgroßmutter). Die sind dann aber umgezogen, denn im März 1948 kam Vati zurück - dünn und ohne Haare, ein vollkommen fremder Mann - wenigstens für mich, denn ich war ja nun schon vier Jahre alt. 

Da Mutti nur neun Mark im Monat hatte und an Vatis Sparbuch nicht herankam - zur Auszahlung brauchte sie nämlich Vatis Unterschrift, der war aber in Gefangenschaft -> also kein Geld (die Deutschen hatten schon immer sehr seltsame Gesetze) - hat sie beim Zahnarzt geputzt. Praxis und Haus. 
Geschenke von anderen hat sie auch nicht so gerne genommen, sie wollte keine Bettlerin sein, lieber wollte sie selbst arbeiten. Also war das Saubermachen das kleinere Übel. 

Schlimmer war, sie verstand die Sprache, das Sächsische nicht, wie eine Ausländerin. Sie hat mich, als ich größer war, als Übersetzerin genommen. 

Also bis auf das Mutti im Gegensatz zu mir öfters hungern musste ging es uns im Großen und Ganzen noch ganz gut wenn man sich die anderen Umsiedler ansah. 

Eine Wohnung haben wir 1950 bekommen denn wir waren ja jetzt vier Personen. 1949 hatte ich eine Schwester bekommen. G., Straße Nr. 4 - fast ein ganzes Leben, bis das Haus weggerissen wurde. 

Mutti hat 1944 allerhand Sachen eingepackt. Ein Radio, Federbetten, Anziehsachen, Geschirr (von der Hochzeit), auf jeden Fall zwei riesige Reisekörbe aus Rattan, etliche riesige Bündel (Federbetten), Bettwäsche und eine Kochkiste aus Holz. Es war ein ganz schön großer Haufen. Das wurde am Abreisetag in Königsberg mit auf den Bahnhof gebracht und verladen. Es musste die ganze Familie mit tragen helfen. Alles wurde auf die Reise in den Westen geschickt. 

Wie lange wir schon in G. waren -14 Tage oder vier Wochen- das weiß ich nicht, auf jeden Fall sah Mutti eines Tages aus dem Fenster auf die Hauptstraße, da stand ein großer Berg - Reisekörbe, Kleiderpungel, wie aus dem Nichts. Muttis Sachen waren angekommen, per Zug und von H. mit der Straßenbahn. Frage nicht woher die Sachen wussten, dass sie nach G., Straße Nr. 3 mussten, es war ja noch Krieg, die Welt kurz vor dem Untergang, aber die Sachen waren da (ob das mit der deutschen Ordnung und Gründlichkeit zusammenhing, wissen wir nicht). Problem gelöst. 
Viele dieser Sachen wurden von Mutti später in Essen umgetauscht - die Einheimischen mit Geld und die Bauern nahmen alles.“ 

Warum ich das hier in den Blog schreibe? 
Weil ich immer wieder daran denken muss, dass die Flüchtlinge das in ihrer Heimat und unterwegs Erlebte ein Leben lang begleiten wird. Wie meine Omi und meinen Opa. 

Anneke

Sonntag, 13. September 2015

Hausnummer

Bisher zierte das Haus keine solche. Jetzt ist die Neue fertig!

Erst wollte ich Holz und sticken verbinden. Ungünstigerweise haben wir jedoch die Zahl "6" dabei und Bohrungen durch das Holz und Rundungen...nun ja, ich befürchtete, dass das nix wird.
Also ging ich zu Plan b) über.
Auch der sah vor, eine Holzscheibe von unserer UMGEFALLENEN BIRKE erst mit einem weißen Lackrand...



...und dann mit 



zu versehen. 
Teil 1 sieht fertig so aus.



Zu Teil 2 gehörte, dass ich dicke, weiße Kordel kaufte. Diese formte ich in die benötigten Zahlen und bemalte sie (besprühen mit farblosem Lack funktionierte nicht) mit weißem Lack. Beide Seiten wurden mehrmals lackiert, so dass der Lack gut in das Gewebe eindringen konnte. Als alles ausgetrocknet war, blieb die Kordel in ihrer Zahlenform. 

Mit Nägeln brachte ich die Zahlen nun auf der Holzscheibe an. Zum Größenvergleich habe ich mal eine normal große Zündholzschachtel daneben gelegt. Ziemlich groß, das Ganze. Doch schließlich soll die Hausnummer ja von der Straße aus zu sehen sein. ;-)



Und gestern hat der große Mitbewohner dann unsere neue Hausnummer am Häuschen angebracht.
Schick, oder? ;-)



Idee "Hausnummerngestaltung" umgesetzt und erledigt. :-)

Sonnige Grüßels von Anneke